YSL Beauty: Y

Als die Anfrage kam, gemeinsam mit YVES SAINT LAURENT Beauty nach Brooklyn zu fahren, zum Launch des neuen Herrendufts „Y“ und gemeinsam an der Kampagne zu arbeiten, an Bildern und Videos, aber auch an Gedanken dazu, waren wir offen gestanden vor allem erstmal scharf drauf, mal wieder nach New York zu kommen, ein bisschen in der Stadt abzuhängen und gut unterhalten zu werden.

Tatsächlich entpuppten sich die Tage mit YSL Beauty, bei denen wir Kreative aus der ganzen Welt trafen, aus Spanien, England, den USA, Schweden und vielen anderen Ländern, dann aber als deutlich tiefer gehend, als wir das gedacht hätten.

Denn der neue YSL Beauty Duft, wegen dem wir gekommen waren, heißt nicht nur „Y“, weil das der erste Buchstabe des Markennamens ist, sondern es geht dabei auch um das „Why“, das warum und natürlich auch um die Generation Y, jener Kohorte als, zu der wir gehören, die zwischen 1980 und 2000 geboren sind, die Millenials, die ersten Digital Natives.

Besonders das Warum hat mich in den Tagen in Brooklyn beschäftigt, zum Beispiel beim Gespräch mit dem französischstämmigen Forscher Alexandre Robicquet, der mir seinen Arbeitsplatz in einer alten Schiffswerft gezeigt hat, an dem der Stanford-Doktorrand an künstlicher Intelligenz (KI) forscht. Er tut es, weil er daran glaubt, dass die KI in Zukunft die Krebsfrüherkennung verbessern kann. Und während ich mich mit ihm über Dinge unterhalten habe, von denen ich gar nicht mal so viel verstand, verstand ich aber doch seine Beweggründe, das Warum.

Ich bin im Anschluss an den Besuch in der Werft dann noch ein wenig durch den Brooklyner Stadtteil Dumbo geschlendert und habe auch darüber nachgedacht, was der Schweizer Kurator Hans Ulrich Obrist neulich dem Londoner Jungkünstler Blondey McCoy quasi als Aufgabe ins Lehrbuch geschrieben hat, nachdem er dessen Ausstellung besucht hatte: „You have to explain why you did it“. Jedenfalls glaube ich, dass es Obrist war, der ihm das geschrieben hatte, meine Erinnerung könnte mich auch täuschen, was letztlich aber egal wäre. Denn darum geht es doch sowohl bei der Forschung als auch bei der Kunst: man muss erklären, warum man etwas macht. Wenn man das nicht tut, fehlt die Sinnhaftigkeit beziehungsweise erschliesst sie sich eben dem neutralen Beobachter nicht. Dann ist die Kunst nur Ästhetik und damit intellektuell wertlos.

Am letzten Abend mit dem großen YSL Beauty-Team, nach langen Tagen, an denen wir Bilder und Geschichten produziert hatten und gemeinsam das Warum ergründet, tranken wir auf der Dachterrasse eines schönen Hotels noch einige Drinks und wir waren sehr gut drauf und als der Abend sich dem Ende zuneigte, gingen David und ich noch weiter, in eine andere Bar, irgendwo in Williamsburg und es war ein guter Abend und die Frage, warum wir das hier getan hatten, warum wir hergekommen waren, warum wir tun, was wir tun, war plötzlich ganz einfach zu beantworten: wir waren hier, weil wir Freunde waren und weil wir gerne Zeit miteinander verbrachten. Manchmal kann das Warum eben auch so einfach sein, so banal und so richtig.

Category: News

Von: Carl Jakob Haupt

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