We ♥️ JON RAFMAN

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"Dream Journal 2016-2017"
Künstler Jon Rafman an seinem Arbeitsplatz

Zwei fickende Ratten in einer Falle. Ein Kopffüßler rennt hinter einem Mädchen mit gewaltigen Brüsten her. Eine monströse Schabe, die in der Missionarsstellung, Liebe mit einer offensichtlich entzückten Lady macht.

Und noch mindestens 100x weitere absurde, humorvolle, oftmals perverse, immer fantasievolle Szenen gibt es bis zum 22. Dezember 2017 in der Berliner Sprüth & Magers Galerie zu sehen: Jon Rafman’s Video-Installation  “Dream Journal 2016-2017″ .

Die fortlaufende Videoarbeit hat Jon Rafman mit der Hobby-Software CG Animations erstellt. In “Dream Journal 2016-2017″ laufen zwei Mädchen durch unwirkliche Landschaften und treffen meist auf Wesen – halb Mensch, halb Tier.

Man sollte sich nicht damit quälen zu versuchen zu “verstehen” – Mission Impossible – sondern sich einfach nur überwältigen lassen, von der irrsinnigen, schier endlosen Fantasie des 1981 in Montreal, Kanada, geboren Künstlers.

Sein Durchbruch gelang Rafman, der bevor er zur Kunst kam, Philosophie und Literatur studierte, mit seinem Projekt Blog 9Eyes. Nächtelang verbrachte Rafman vor dem Laptop (siehe Foto des Künstlers), um sich durch Google Street View zu klicken. Er suchte und fand: absurde Motive, die beiläufig mit der neunköpfigen Google Cam aufgenommen wurden. Ein totes Pferd liegt auf der Straße. Eine Gruppe maskierter Männer in Angriffsmodus. Eine Frau zieht eine auf dem Boden liegende Frau an der Haaren hinter sich her. Ein Elch auf dem Highway.

In seiner frühen Schaffensphase betätigte sich Rafman in erster Linie als digitaler Flaneur, der die User der abgründigsten Portale (4chan etc.) monatelang observierte, um daraus eigene Arbeit zu erschaffen. In den letzten Jahren fokussiert sich der kanadische Multimedia-Artist immer weniger auf die Beobachtung. Er erschafft.

Zum Beispiel Büsten (Projekt: “New Age Demanded”), welche er mit einem 3D-Software-Programm, wie es in Hollywood zur Produktion von Monstern oder anderen Kreaturen zum Einsatz kommt, erschaffen hat.

Oder zur letzten Berlin Biennale: “View of Pariser Platz” – eine Virtuality Reality Arbeit, bei denen den Besuchern eine “Oculus Rift” Brille aufgesetzt wurde, mit Hilfe derer sie – auf einem Balkon stehend, mit Blick auf den Pariser Platz – in Rafman’s Welt eintauchen konnte:  ein beängstigendes Weltuntergangsszenario, mit Menschen, die vom Himmel fallen und einem Boden, der einem unter den Füßen weg bricht und zu einem prähistorischen Ozean wird.

Jon Rafman gehört zu einem der einflussreichsten Künstler der Post-Internet-Generation, daher – ganz wichtig – keinesfalls  verpassen: “Dream Journal 2016-2017″  in der Sprüth Magers, Oranienburger Str. 18. 

Projekt Blog 9Eyes

Projekt Blog 9Eyes

Projekt Blog 9Eyes

Projekt Blog 9Eyes

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"New Age Demand"

"New Age Demand"

Category: News

Tags: Jon Rafman, Sprüth Magers

Von: David Kurt Karl Roth

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