Streetwear als Statement: Milo Yiannopoulos & SUPREME

Wir hatten neulich ja schon erwähnt, dass die hippe Streetwear-Marke SUPREME längst nicht mehr so richtig cool ist, weil sie zum Beispiel von italienischen Pop-Rock-Sängern oder Justin Bieber getragen wird und sicher auch von deren kleiner Schwester.

Jetzt zeigt sich allerdings, dass es auch noch einen anderen Grund gibt, die Marke nicht mehr zu tragen – und den hat der rechtsradikale Schönling Milo Yiannopoulos geliefert, allerdings nicht etwa, weil er bei einer Veranstaltung zur Meinungsfreiheit an der University of California in Berkeley einen SUPREME-Kapuzenpullover mit All-Over-Print der amerikanischen Fahne trug. Es war vielmehr seine Replik auf einen Facebook-Kommentar, der ihm vorwarf, die Stars & Stripes-Flagge zu verunglimpfen, indem er sie als Halstuch (sic!) trage.

Milo antwortete darauf: „It’s a Supreme hoodie worth more than your monthly salary, you fucking peasant.“

 

Er benutzte die Marke seines Pullovers und den hohen Preis als Abgrenzung gegen Geringverdiener, mit dem nachgestellten Hinweis auf die Klasse (peasant = Bauer, Prolet). Und auch wenn die Marke selbst natürlich nichts dafür kann, wer sie trägt oder welche Aussage er oder sie damit verbindet, ist es doch bezeichnend, dass ein rechter Troll gerade SUPREME nutzt, um sich nach unten hin abzugrenzen.

Während die New Yorker Marke in den 1990er Jahren vor allem Insidern der Skate-Szene bekannt war und damals eben dazu genutzt wurde, sich von anderen Subkulturen abzugrenzen, ist sie mittlerweile im Luxussegment angekommen und signalisiert weniger die Kenntnis eines bestimmten Style-Codes als vor allem die hohe Kaufkraft ihres Trägers.

Man muss es ja nicht gleich so offen aussprechen, wie das Arschloch Milo Yiannopoulos, aber irgendwo schwingt seine Botschaft immer auch mit, wenn man SUPREME trägt.

Bei seiner Rede an der UC Berkeley hörten übrigens nur etwa 50 Leute zu. Vielleicht sollte Milo sich künftig eher in die Schlange vor dem SUPREME-Laden stellen. Dort stehen regelmäßig deutlich mehr Personen stundenlang an, um sich mit den neuesten Klamotten einzudecken – und egal, wie bescheuert die Rede von Milo auch sein würde, die Kunden würden nicht weglaufen. Die neueste Streetwear ist schließlich wichtiger, als Politik.

Category: Trends

Von: Carl Jakob Haupt

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