Race Elvis Race

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„Lauf Nicht. Renn“ – fordert NIKE von Berlins Teenies. Es geht um die Symbolkraft des Sports. Wer seine sportlichen Ziele erreicht, der kommt auch außerhalb seiner Laufstrecke weiter. Der bloße Wille, die Ambition, die Zielsetzung führt zum Erfolg – privat wie beruflich.

Wir trafen Berlin Cool Kid und Racer Elvis Gohlke. Elvis, 17 Jahre alt, 2 silberfarbene Grillz im Unterkiefer, Renner nicht Läufer, Vater: Fotograf, Mutter: Bestatterin, sprach mit uns über seine Ziele und Wünsche – ein Austausch von „saualt“, wie Elvis all jene bezeichnet, die älter als 28 sind, und der knallharten, beeindruckend fokussierten Youth.

Dandy Diary: Du hast mit 17 Jahren deine Schule abgebrochen. Ein radikaler Schritt! Wieso?

Elvis: Weil ich wusste, was ich machen will – und was nicht. Ich mache jetzt eine Ausbildung zum Modedesigner an der OSZ für Bekleidung & Mode.

Dandy Diary: Wann hast du denn begonnen dich für Mode zu interessieren?

Elvis Gohlke: Das Interesse für die Mode kam durch meine Eltern. Sie haben eine riesige i-D Magazine Sammlung zu Hause rumliegen von 1997 bis weiß was ich. Meine Eltern haben mich auch erst für die Kunst begeistert. Sie haben mich immer in Ausstellungen geschleppt, so kam ich zum Malen und dann noch auch irgendwann zur Mode. Kunst und Mode – ist jetzt ja nicht so weit von einander entfernt, würde ich sagen.

Dandy Diary: Gab es „den einen Punkt“, an dem du für dich entschieden hast, ich will jetzt nicht nur Mode konsumieren, sondern auch selbst entwerfen?

Elvis: Nein, den gab es nicht wirklich, es war eher ein Prozess. Beeinflusst durch Freunde, Eltern und so. Die Hose, die ich heute trage, war mein erstes „Design“. Ich habe das Sad Boys Symbol drauf gezeichnet, sie abgeschnitten. Meiner Schwester habe ich zum Geburtstag eine Bullettproof-Weste genäht.

Dandy Diary: Wer lernt denn am OSZ? Und wofür steht das überhaupt?

Elvis: Oberstufenzentrum, wenn man es so sieht, ist es eigentlich eine Schule für Leute, die die Schule abbrechen…

Dandy Diary: …um Modedesigner zu werden? Wer sind denn deine Klassenkameraden?

Elvis: Neben mir noch 2 Jungs, ansonsten Girls – größtenteils superalt, ich bin der Jüngste.

Dandy Diary: Was ist für dich „superalt“?

Elvis: Superalt ist für mich ab 28. Eine aus meiner Klasse hat sogar schon geheiratet und hat ein Kind.

Dandy Diary: Das ist natürlich merkwürdig! Wie bist du zum Rennen gekommen?

Elvis: Richtig angefangen zu rennen, habe ich vor etwa zweieinhalb Jahren. Ich mach schon richtig lang Capoeira. Um Kondition für Kämpfe zu erlangen, riet mir mein Trainer zum Ausdauersport, so kam das.

Dandy Diary: Wann und wie oft läufst du denn?

Elvis: 1x Woche, jetzt wo der Halbmarathon ansteht 3x Woche.

Dandy Diary: Bist du schonmal einen Halbmarathon gelaufen? Wenn ja, wie war deine Zeit und wirst du sie unterbieten?

Elvis: Zwei Stunden und drei Minuten. Und klar, das unterbiete ich, das letzte Mal habe ich einfach ein bisschen getrödelt, ich bin da mit meiner Running Crew gerannt, davon musste einer auf Toilette – das hat die Zeit versaut. Rennt ihr beide?

Dandy Diary (David): Ich renne, ja, zuletzt heute morgen. Bei mir läuft das in Phasen ab, wenn ich gut drauf bin, dann läuft es auch mit dem laufen, wenn nicht ganz so gut, dann will ich lieber vor mich hinvegetieren.

Dandy Diary (Jakob): Läufst oder rennst du?

Dandy Diary (David): Ich renne natürlich! Normalerweise ganz früh am morgen, kurz nachdem aufstehen, so überliste ich mein Gehirn, bevor ich mir Gedanken machen kann, bin ich schon am Rennen – für mich die perfekte Strategie.

Dandy Diary: Elvis, hast du das Gefühl, dass das Rennen dich in deinem Leben beeinflusst?

Elvis: Ja, auf jeden Fall, es beeinflusst mich in dem Sinne, dass ich meine Ziele konsequent verfolge und immer dranbleibe. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man sein Running-Goal erreicht hat. Das lässt sich auch übertragen, denk ich.

Dandy Diary: Wie kommst du auf deine Ziele und was machst du, um diese wirklich umzusetzen?

Elvis: Ich habe mal beim Vater von einem Freund ein 3-wöchiges Praktikum gemacht. Der gab mir den Tipp: Wenn du ein Ziel hast, dann bleib dran, mach nichts anderes, daran versuche ich mich zu halten. Einfach immer das durchziehen, was ich wirklich will. Wie setzt ihr euch eure Ziele?

Dandy Diary: Wir setzten uns langfristig Ziele für Aktion und Projekte, welche wir versuchen nach und nach abzuhaken. Wobei Langfristigkeit bei uns bis zum Sommer heißt. Da gibt es sicherlich andere Unternehmen mit ganz anderen Zielen und Zeiten. Doch wir können vergleichsweise schnell reagieren: heute Ziel setzen, morgen mit der Umsetzung beginnen. Wenn man auf sein Ziel zu rennt, alles für die Realisation tut, und es tatsächlich zur Umsetzung kommt, sorgt das für ein unvergleichbares, wundervolles Gefühl.

Elvis: Und wie war das am Anfang von Dandy Diary?

Dandy Diary: Viel hat sich natürlich ergeben. Wir sind niemand, der einen Fünfjahresplan schreibt. Doch in dem, was wir machen, in Projekten, Aktionen sind wir absolut ambitioniert, versuchen umzusetzen, was wir uns vorgenommen haben. Was hast du dir denn für das kommende Jahr vorgenommen? Dein Ziel?

Elvis: Innerhalb des nächsten Jahres will ich auf jeden Fall schon eigene tragbare Designs entwerfen, bislang sind wir jedoch „erst“ beim Rock in meiner Ausbildung.

Dandy Diary: Dann sehen wir uns in einem Jahr wieder. Hier, in deinen Klamotten. Wir hoffen es bleibt nicht beim Rock! 😉

Category: News

Tags: Elvis Gohlke, Nike

Von: David Kurt Karl Roth

Fotograf:: Bennie Julian Gay

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