#NoFreePhotos

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Streestyle-Fotografen und deren Lieblingsmotive – Blogger und Influencer – sind die wichtigsten Akteure des von Suzy Menkes verhassten „Circus of Fashion“. Die Fotografen lauern vor den Fashion Shows, um die hektisch heraneilenden Influencer abzulichten. Sie sind abhängig von einander, wie die kleine Putztierchen und der große Hai. Die perfekte Symbiose. Bislang verlief die Zusammenarbeit harmonisch.

Doch wie so oft kam mit dem großen Geld der große Ärger: nach der Max Mara Show während der Mailänder Modewoche hat sich eine Gruppe von etwa 30 Streetstyle-Fotografen zusammengesetzt, um gemeinsam ein Statement zu verfassen. Eine Message an die Blogger und Influencer sowie deren Finanziers – die Markenwelt:

“Brands, influencers and bloggers regularly make use of these photographers’ copyright-protected photos to fulfill their responsibilities to the brands that pay them to wear and promote the garments and accessories which they wear to the fashion shows and events. The group will no longer tag or credit these influencers and instead, will replace their tag/credit with an agreed-on hashtag: #NoFreePhotos.”

Das Nutztier wehrt sich. Die Streetstyle-Fotografen wollen nicht länger akzeptieren, dass Influencer, die von ihnen geschossenen Fotos für ihre Marken-Kooperationen auf ihren Instagram-Accounts verwenden. Bislang, so die Gruppe der „The Photographers“ werden ihre Fotografien größtenteils ohne Erlaubnis und ohne Bezahlung veröffentlicht.

Zukünftig, so die Gruppe, werden rechtliche Schritte in Betracht gezogen, um Bildbesitzansprüche gegen Influencer und Marken geltend zu machen. Um auf ihre Initiative aufmerksam zu machen, nutzen die zum Zusammenschluss gehörenden Streetstyle-Fotografen fortan den Hashtag #nofreephotos unter ihren Snapshots der Fashionistas, anstelle der Erwähnung / Verlinkung des jeweiligen Influencers. Und in ihren Instagram Bios den folgenden Satz: „“My images are not to be used without express consent of license. Contact me to obtain the rights.”

Im Vergleich zu einem A-List-Influencer verdient ein Streetstyle-Fotograf natürlich nicht allzu viel, doch – und das wird bislang in der #NoFreePhoto Diskussion nicht erwähnt: Es kommt immer öfter zu einem Pakt von Streetstyle-Fotograf, Marke und Influencer.

Marken, beziehungsweise deren PR-Agenturen informieren Streestyle-Fotograf XY, wann, wo Influencer XY bei welcher Show auftauchen wird. Das „zufällig entstandene Foto“ vom Influencer XY, der von Kopf bis Fuß in einer Marke eingekleidet ist, taucht später in den Streetstyle-Rubriken der Kunden des Fotografen auf – den Modemagazinen. Und natürlich auch auf dem Instagram-Account der Influencerin.

Mit der ursprünglichen Idee von Streetstyle hat all das nichts mehr zu tun. Doch es ist eine logische, natürliche Entwicklung einer Branche, in der der Einfluss eines Fotos auf einer individuellen Plattform immer größer wird.

Category: News

Tags: #nofreephotos, Adam Katz, Streestyle

Von: David Kurt Karl Roth

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