Kopie und Imitation – Gucci x Maurizio Cattelan Ausstellung

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Das italienische Luxushaus Gucci verkündete jüngst in einer doch sehr lyrischen Pressemitteilung die Zusammenarbeit mit dem ebenfalls aus Italien stammenden Künstler Mauricio Cattelan. Ab dem kommenden Oktober wird diese in einer noch nicht eröffneten Location in China, Shanghai zu sehen sein.

„The artist is present“ wird, laut Pressemitteilung, eine Ausstellung von mehreren Künstlern sein, die sich dem Thema Fake, ein Wort mit dem wir doch zurzeit so gerne um uns schmeißen, widmen wird. Die ausgestellten Werke beschäftigen sich mit der „Simulation und Kopie der Paradigmen der globalen Kultur“.

Dieser Schwerpunkt knüpft an die Fall/Winter 2018 Kollektion des Luxushauses an, bei dem man ebenfalls mit dem Surrealen, dem Unwirklichen spielte, indem man die Models mit einer Nachahmung des eigenen Kopfes oder auch einem kleinen – vom Internet so gefeierten – Drachen unter dem Arm auf den Laufsteg schickte. 

Man wolle sich in Shanghai außerdem mit der „physischen Vertiefung der Herrschaft der Imitation“ auseinandersetzen. Wo „die Werte, mit denen man Kunst in der westlichen Welt identifiziert, also Originalität, Intention, Expression, Autorentschaft außer Kraft gesetzt werden.“ 

Die Präsentation verbindet zwei Protagonisten, die nicht so recht reinpassen wollen, in die Welt, in der sie so unheimlich erfolgreich sind. Niemand verfolgt sein Konzept von Ästhetik so radikal wie Alessandro Michele es mit seinen Arbeiten für Gucci tut. Trotz anfänglicher Kritik,  hat sich dieses Vorgehen gerechnet, nie war das italienische Modehaus erfolgreicher, beliebter.

Auch Cattelan, der sich nicht als „Künstler“, sondern  lieber als „Art Worker“ bezeichnet, wird oft als Außenseiter der Kunstwelt betitelt. Das liegt wohl einerseits an seiner Herkunft – Cattelan stammt aus einfachen Verhältnissen, hat nie eine Kunstschule besucht, noch eine Ausbildung in die Richtung gemacht. Außerdem wohl auch an seiner Einstellung. Seine berühmten Werke: Der vom Meteoriten erschlagene Papst, die kindergroße Figur von Hitler, sind skurril und provokant. Und obwohl der in New York lebende Cattelan für Zeichnung, Konzept, Ausarbeitung verantwortlich ist, sind es doch immer andere, die seine Figuren fertigen. Er gilt gemeinhin eher als faul.

Auch seine berühmten Stillleben für sein eigenes, nur aus Bildern bestehendes „Toiletpaper Magazine“ sind von ihm ausgearbeitet, skizziert. Doch fotografiert werden sie von dem Modefotografen Pierpaolo Ferrari. Gerade diese erinnern an die Michele-Ästhetik von Gucci. 

HAVE NO FEAR OF PERFECTION – YOU’LL NEVER REACH IT.

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IF YOU WANT A GUARANTEE, BUY A COFFEEMAKER.

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In einem Trailer bekommt man bereits einen kurzen Eindruck von der bevorstehenden Zusammenarbeit, einem erneuten Zusammenschluss zwischen Kunst und Mode, der in letzter Zeit immer weniger gescheut wird. Gezeigt werden in einem surreal zusammengeschnittenen Video Sequenzen, welche die Arbeit an „The art is present“ zeigen sollen.

Die Ausstellung eröffnet am 10. Oktober in Shanghai.

Category: Special

Tags: ausstellung, exhibition, Gucci, Maurizio Cattelan, Michele, shanghai, The art is present

Von: Carl Jakob Haupt

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