In Your Face: Gesichtstattoos jetzt massentauglich

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Wir schreiben das Jahr 2018 und Gesichtstattoos sind offiziell salonfähig.

Nicht nur die Gesichter einer neuen Generation an Rappern sind mit Kritzeleien übersäht sind wie Toiletten der H9 deiner Heimatstadt, sondern auch immer mehr Normalos brechen – inspiriert von ihren Idolen – das letzte Tattoo-Tabu und lassen sich irgendwo zwischen Kinn, Ohren und Stirn tätowieren.

Wie oft habt ihr vor zehn Jahren jemand im Club oder der Straße gesehen, der ein Face Tattoo hatte? Nicht allzu oft, nehmen wir mal an. Heute schaut das schon anders aus. Die Nachahmer sind inspiriert von einer neuen Generation US-Rappern, die quasi allesamt im Gesicht tätowiert sind.

Zu den promientesten Vertretern, die sich schon in frühen Jahren im Gesicht tätowieren ließen, gehörte der vor kurzem tragisch verstorbene XXXTentacion. Unter anderem zierte dessen Visage die Zahl 17, ein Baum und der Spruch „DEATH BEFORE DISHONOR“ in Großbuchstaben.

Lil Peep, ebenfalls schon im Himmelreich, hatte über der rechten Augenbraue „CryBaby“ tätowiert. Auf der Stirn von 21Savage prangt ein Messer, das aussieht wie ein Kreuz, welches ein Meme ist und folglich den Titel seines letzten Soloalbums inspirierte. Tekashi 6ix9ine bedeckt sich bekanntlich gern mit Tattos seiner Lieblingszahl „69“ – auch im Gesicht macht er keine Ausnahme.

Wenn sich Lil Xan, 6ix9ine und Co. ein neues Gesichtstattoo verpassen lassen, sorgt das heute nicht mehr für Headlines. Bei ihren Vorgängern Gucci Mane (Eistüte auf der Wange), Lil Wayne, The Game oder Wiz Khalifa sah das vor ein paar Jahren noch anders aus.

Sie sorgten mit dem Tabubruch oftmals für Horror-Headlines. Und inspirierten ästhetisch wie musikalisch die „Next Generation“ .Heute gehört das Gesichtstattoo zur Standart-Ausrüstung eines jeden erfolgreichen Rappers – wie bunte Dreadlocks oder Grillz.

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Das Gesichtstattoo hat einen langen Weg hinter sich: Im alten Rom und China wurden Kriminelle und Strafgefangene im Gesicht dauerhaft mit einem Tattoo geprägt um sie von aufrichtigen Bürger zu differenzieren. Viele Jahre war die „Träne“ das einzige Gesichtstattoo, das man, mit viel Glück, im Straßenbild erblickte. Ein Knast-Tattoo, welches normalweise für Mord steht. Es gibt natürlich auch Kulturen, in denen eine Tätowierung im Gesicht, beispielsweise bei den Maori oder Berbern, für etwas Positives steht (Religion, Stammeszugehörigkeit etc.).

Doch der Ursprung, dessen ästhetische Auswüchse wir aktuell beobachten, das Face Tattoo wird Mainstream, sind defintiv die Gangs und der Knast, nicht die Körper-Verzierungen eines nordafrikanischen Bergvolkes. Unser ästhetisches Empfinden, unser Tabu, hat sich innerhalb weniger Jahre massiv verschoben.

In der westlichen Hemisphäre wären Menschen mit Gesichtstattoos vor ein paar Jahren noch ausschließllich absolute Outlaws gewesen, hoch gefährliche Ex-Knastis, Gang-Member oder Türsteher im Berghain – heute sind sie vielfach Kids, die einfach cool aussehen wollen, eben so wie ihre Idole.

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„I KIND OF JUST WANTED, I DON’T KNOW, TO PISS MY MOM OFF.“

- Post Malone über seine Stirntätovierung

Category: News

Tags: Cloudrap, Gesichtstattoo, rapper, Tattoo, yolo

Von: Thao Le Minh

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