GUCCI wird pelzfrei

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Eigentlich ist der Weltmädchentag Frauen und Mädchen in Krisengebieten gewidmet, die in eben solchen Situationen zunehmend das Opfer von sexueller und körperlicher Gewalt werden. Eigentlich.

Gestern jedoch befand das italienische Luxushaus GUCCI, dass dieser besonders viel Aufmerksamkeit generierende Tag doch auch wunderbar als PR-Plattform genutzt werden könnte.

Und so verkündete die Marke, die in letzter Zeit vor allem durch den Einsatz des allseits gepriesenen Alessandro Michele wieder belebt worden ist, Teil der „Girl’s Empowerment Initiative“ zu werden. Dabei handelt es sich um eine UNICEF-Plattform, die in diesem Monat gelauncht wird und Firmen und Partner dazu bringen soll, sich verstärkt für das bessere Leben von benachteiligten Frauen einzusetzen. Ganz grob gesagt. Nun gut.

Des Weiteren verkündete GUCCI, genauer gesagt der CEO des Hauses Marco Bizarri, bei einem Talk am London College of Fashion, bei künftigen Kollektionen der Luxusmarke auf die Verwendung von Pelz zu verzichten. Kontext? Keiner. Aber wenn schon Presse, dann doch richtig.

Ab der kommenden Frühling/Sommer Kollektion 2018 sollen die GUCCI-Slipper nun also keine von Pelz besetzten Innensohlen mehr haben und auch von den üppigen Pelzmänteln kann man sich schonmal verabschieden. Alles, was dann noch so im GUCCI-Headquarter herumliegt und Pelz enthält, soll anschließend versteigert werden. Der Erlös – ein interessanter, PR-tauglicher Move – wird an Tierschutzorganisationen gespendet.

„Fell ist nicht mehr modern“, erklärt Bizarri dem Branchenmagazin BoF. „Es gibt viele andere Möglichkeiten kreativ zu sein. Für mich ist dies ein Wendepunkt. Jetzt beginnt die Modeindustrie Pelz durch Textilien zu ersetzen, die frei von Grausamkeit sind.“

Die Wichtigkeit der Markenstrategie Nachhaltigkeit haben Labels wie Calvin Klein bereits 1994 erkannt, als sie komplett auf Pelz in ihrer Mode verzichteten. Auch Ralph Lauren, Tommy Hilfiger, Hugo Boss und Armani sind ihrem Beispiel gefolgt. Die Vegetarierin Stella McCartney, die bei ihrem Label auf Fake-Fur und Leder-Imitate setzt, beschrieb in einem Gespräch, welches letztens in der Interview Germany erschien, das Vorgehen des italienischen Modehauses als „altmodisch“. Es hätte „nichts Luxuriöses“ sondern viel eher etwas „Barbarisches“ an sich.

Category: News

Tags: Furfree, Gucci, Pelz, Pelzfrei

Von: Angelika Watta

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