FKA TWIGS LAUNCHT INSTA-ZINE: AVANTgarden

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Wenige Minuten vor der Entstehung des Internets, entwickelte sich – neben den gängigen, professionell produzieren Magazinen der großen Verlage – eine Nischenprodukt, ein Low-Budget-Version des Prints: das Fanzine.

Ein „Szene-Ding“ – meist mit Fokus auf ein bestimmtes Thema, beispielsweise eine Lieblingsband, ohne den journalistischen Anspruch der Objektivität. Eine Lektüre von Fans für Fans. Es lebt von der DIY-Ästhetik. Fotos werden ausgeschnitten, selbst beschriftet, im Stil der Collage zusammengestellt und anschließend auf dem Drucker zu Hause in Form gebracht.

Und obwohl das Magazin von „Fans für Fans“ seine Höchstzeiten bereits hinter sich hat, es längst  von Blogs und Webseiten im World Wide Web abgelöst scheint, ist doch hier und da ein neues Druckwerk mit wenigen Seiten und kleiner Auflage in den Magazin-Läden zu finden. 2 hippe Beispiele: SOFA & Buffallo.

Auch die britische Musikerin FKA TWIGS launchte vor einigen Tagen die erste Ausgabe ihres eigen produziertes Fanzines „AVANTgarden“. Jedoch wird dieses nicht in angestaubten Regalen von Buchläden zu finden sein – sondern nur elektronisch, digitalisiert – auf unser aller Lieblingsapp: Instagram.

„Anstatt Selfies oder Bilder von Kaffeetassen und Avocado Toasts zu posten, dachte ich, dass es spannend für die Menschen ist, wie ich die Plattform nutze, um mich kreativ auszudrücken. Ich fände es toll mein Fanzine irgendwann zu einem physischen Ding zu machen, es in einer Galerie auszustellen oder es auf einer Website zu haben.“ erzählt die geborene Thalia Barnett DAZED.

„Roots. Shock. Beauty.“ lautet der Name der ersten Issue von „AVANTgarden“ und beschäftigt sich mit dem Thema „braided hair styles“. Die Künstlerin tritt selbst seit Jahren in Cornrows auf und fragte nun ihren Freund und Hair-Stylisten Rio Shreedharan, ob er sie nicht besuchen könne um einiger ihrer Freunde ein paar Flechtfrisuren zu verpassen. Gesagt, getan. Am 13. Oktober erschien das Magazin in Form einer Slideshow auf dem Instagram-Profil der Sängerin.

“Für mich ist es ein Weg, mich selbst ohne irgendwelche Regeln oder Richtlinien auszudrücken, mit Fantasie und Sorgfalt.”

Ganz im Look des klassischen Zines, wirkt auch die zehnseitige digitale Slideshow wie selbstgemacht: Die Bilder scheinen zusammengeschnitten, nebeneinander gelegt und als hätte sie jemand ironisierender Stimme („For all seasons“, “The natural choice”) und einem Edding überschrieben.

Im Unterschied zum Print hat bereits die erste Ausgabe von FKA Twig’s Fanzine eine größere Reichweite, als so manch klassisches Druckwerk. Schließlich nutzen rund 800 Millionen Nutzer monatlich die Foto-App. Und allein 1,1 Millionen davon – FKAs Abonnentenzahl – machen eine potenzielle Zielgruppe aus. Zahlen, von denen die Redakteure lokaler Tageszeitungen heutzutage nur zu träumen wagen.

Nach Angaben von FKA Twigs wird das Zine einmal monatlich auf ihrem Account erscheinen – „manchmal häufiger, manchmal weniger oft“.

Category: News

Tags: AVANTgarden, digital zine, FKA Twigs, Instagram, Instazine, Singer

Von: Angelika Watta

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