Dracula Dave

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Mit 15 Jahren wurde mir der letzte Weisheitszahn gezogen, jetzt bin ich 33, vor ein paar Tagen setzte man mir Vampirzähne ein, zu mindestens was meine Zähne angeht, scheint alles normal zu laufen, kein Grund zur Sorge.

Hiking-Trips in die transsilvanischen Berge sollte ich wohl vorerst vermeiden, denn dort glaubt man noch immer an sie: die echten Vampire. Nicht dass es – aufgrund meiner neuen BeiĂźerchen – zu einer folgenschweren Verwechselung kommt und ein Mob mich in die Enge treibt, um mir dann einen Holzpflock mit voller Wucht ins Herz zu rammen.

Dass ich Beeren-Spinat-Smoothies Menschenblut vorziehe, meine ultra-softe MUUN Matratze einem sicherlich nicht besonders bequemen Sarg, wĂĽrden mir die mit Knoblauch und Kruzifix bewaffneten transsilvanischen Bauern keinesfalls abkaufen.

Gut, genug der Horror-Szenarien, zurück nach Deutschland, zu meinem Ursprung: Grebenstein, einer nordhessischen Kleinstadt, in der man nicht mehr Vampire glaubt, doch auch hier geschehen höchst sonderliche Dinge:

Es gibt, um ein Beispiel zu nennen, die Sage von einem Teufelskerl Namens “Sheriff”, der vor Jahren, so die Legende, bei einem Klimmzug an einer AutobahnbrĂĽcke abgerutscht ist, auf der Ladefläche eines LKW’s aufschlug, rund 200 km später, wieder zu Bewusstsein kam und noch am gleichen Abend zurĂĽckjoggte.

Und in Grebenstein gibt es auch die Zahnarzt-Praxis Dr. Bönsel, die so modern, so durch designed ist, dass sie in dem 6000-Seelen zählenden Gemeinde wirkt, wie ein Raumschiff von einem fernen Planeten, welches eine Zwischenlandung einlegen musste. Sie wird betrieben von der Familie Bönsel, zu der auch mein Childhood-Buddy Noel gehört, der, als ich ihn darum bat, nachfragte, ob es möglich sei mir in der Praxis Vampirzähne verpassen zu lassen.

For ever?! For ever, ever?! Na, ja, auf jeden Fall sollten sie fest sein, nicht zum täglichen rein- und rausnehmen, in der Gothic-Szene auch bekannt als “Vampire Veneer Fangs”. Es war möglich, so saĂź ich wenige Tage später auf dem Zahnarztstuhl. Diverse Abdrucke wurden gemacht, bei denen ich immer das GefĂĽhl hatte, zu ersticken oder wenigstens zu erbrechen, doch ich ĂĽberlebte und mir wurden die Schneidezähne an 2 Stellen minimal angeschliffen, welche später als Fixierpunkt fĂĽr die Veneers dienen sollten.

Silke, die Zahntechnikern, fertigte zwei Veneers, also zwei hauchdünne Keramikschalen in meiner Zahnfarbe an (A1, Diggi, was los?!) an, welche mir bei einem zweiten Termin auf die Schneidezähne geklebt wurden.

Sie wirken – aufgrund von minimaler Ăśbertreibung und perfekter Handarbeit – so verblĂĽffend echt, dass ich in den letzten Tagen Stunden vor dem Spiegel verbracht habe. Selbstverständlich mit offenem Mund. Ein GroĂźteil meiner Freizeit werde ich fortan damit verbringen kleine Kinder zu erschrecken. Oder – in Smalltalks mit mir unbekannten Personen – an unangebrachten Stellen laut los zu lachen, wie Ace Ventura.

Mit den Vampirzähnen kam – entgegen meiner hoch gesteckten Erwartungen – leider nicht auch das grandiose Aussehen von Edward Cullen, doch dafĂĽr kann die Zahnarztpraxis Dr. Bönsel ja wirklich nichts. Sie haben einen prima Job gemacht.

Wer so täuschend echt aussehende Vampirzähne produzieren kann, der kann alles.

very natural smile

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Category: News

Tags: Dr. Bönsel, Vampir

Von: David Kurt Karl Roth

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