Das Öko-Bündnis der Industrie

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„Buy less, choose well, make it last.“ Oder auch: „Kaufe gar nichts“. So einst die Worte der „Queen of Punk“ Vivienne Westwood.

Wenn man wirklich nachhaltig sein wolle, dann müsse man aufhören Klamotten zu kaufen, so Westwood. Das klingt – aus dem Mund einer Modedesignerin – etwas absurd, denn Mrs. Westwood, wie auch der Rest der Branche will natürlich möglichst viel verkaufen. Und dafür benötigt es nun einmal konsumgeile Kunden, die nach Saisoware jagen.

In einem Wirtschaftssystem, das immerzu nach Wachstum giert, kommt Nachhaltigkeit oft erst an dritter, vierter Stelle. Nachvollziehbar. Die Modeindustrie, so sollte mittlerweile allgemein bekannt sein, gehört nicht gerade zu den Vorzeigebranchen, was die Produktionbedingungen angeht – Wegwurfmode etc.

Doch – und da keimt Hoffnung auf – die „Big Player“ der Branche haben sich zusammengetan und sind einer Iniative beigetreten, um die Missstände der Mode zu bekämpfen: „Make Fashion Circular“ hat sich drei zentralen Zielen verschrieben. 1. Die Modelle der Unternehmen sollen so funktionieren, dass Klamotten auch länger getragen werden können. 2. Die Materialien sollen erneuerbar sein. 3. Man will gemeinsam Lösungen finden, wie man die getragenen Klamotten in neue Kleidung verwertet.

Es geht also, halten wir grob fest, um das Recyceln.

Burberry, Nike, H&M und Gap unterschrieben also in der letzten Woche, auf der Copenhagen Fashion Summit, einer Konferenz, die sich dem widersprüchlichen Gebiet der Mode und Nachhaltigkeit widmet, das „Make Fashion Circular“ Formular. Und treten nun ganz öffentlich für eben diese Ziele ein. Das bringt in erster Linie positive Publicity und lässt die Brands „grüner“ in der Öffentlichkeit erscheinen, ganz ohne, dass wirklich etwas dafür getan werden muss, außer der Unterschrift. Wie genau diese sehr offen formulierten Ziele jetzt umgesetzt werden wollen, bleibt nämlich offen.

Man wolle gemeinsam Lösungswege erarbeiten. Dann setzen sich also schon bald alle an einen runden Tisch und machen Brainstorming. Vielleicht hat ja auch Primark, ebenfalls Teil der Initiative der Ellen MacArthur Stiftung, einen guten Vorschlag parat. Faire Arbeitsbedingungen sind im Übrigen nicht Teil der Top 3.

Ein kleiner Lichtblick hinter der doch sehr umkonkret scheinenden Ansprüche ist die Teilnahme Stella McCartneys. Diese schafft es mit ihrem gleichnamigen Label bereits seit 15 Jahren ihre Kollektion fair und mit natürlichen, veganen Textilien zu produzieren. Vielleicht hat ja sie ein paar Tips für H&M und Nachbar-Ramsch-Riese Primark. 

Category: News

Tags: Ellen McArthur Foundation, Make Fashion Circular

Von: Carl Jakob Haupt

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